Redebeitrag bei der antirassistischen Demo gegen GEAS

8. Dezember 2025

Am 5. Dezember 2025 protestierten Hunderte gegen den baden-württembergischen Landesparteitag der CDU, der in Heidelberg stattfand. Am späten Nachmittag widmete sich eine Demonstration der rassistischen und geflüchtetenfeindlichen Politik, die durch die CDU maßgeblich vorangetrieben wird. Vor allem forderte die Demonstration die Abschaffung des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“, das es Asylsuchenden faktisch unmöglich macht, das Grundrecht auf Asyl zu erlangen und in Deutschland Zuflucht zu suchen.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Friedrich-Ebert-Platz hielten wir als VVN-BdA Heidelberg den folgenden Redebeitrag.

Liebe Mitstreiter*innen,

ich freue mich, auf der heutigen Demo für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschist*innen sprechen zu dürfen.

Seit Jahren müssen wir mit Entsetzen beobachten, wie rechte und faschistische Tendenzen und Weltbilder sich immer mehr breitmachen – und vor allem: wie sie inzwischen allzu unwidersprochen hingenommen werden.

Ganz besonders im Visier sind dabei Geflüchtete: Menschen, die vor Verfolgung, den Folgen globaler Zerstörung und vor Kriegen fliehen mussten, werden systematisch als Bedrohung und als Kriminelle verunglimpft und entmenschlicht. Ununterbrochen übertreffen sich Politiker*innen der sog. Parteien der Mitte in menschenverachtenden Statements. Insbesondere die CDU/CSU versucht dabei, die AfD rechts zu überholen und ihr ein paar Stimmen wegzufischen. Friedrich Merz’ vielzitierte Stadtbild-Aussage ist nur eines von unzähligen Beispielen.

Es bleibt nicht nur bei verbaler Hetze: Die Demontage jeglicher Grundrechte von Geflüchteten ist zentraler Teil des CDU-Programms. Das Grundrecht auf Asyl wurde bereits faktisch abgeschafft, sämtliche minimalen Menschenrechte gelten nicht für Menschen, die Verfolgungen und Kriegen entkommen sind.

Dabei war es eine der zentralen Lehren aus dem NS-Faschismus, im Grundgesetz das Grundrecht auf Asyl zu verankern. Hunderttausende jüdische Menschen und Oppositionelle hatten ab 1933 versucht, aus NS-Deutschland zu flüchten. Es folgten Millionen aus den Staaten, die die Nazis ab 1939 überfielen.

Und international schlossen sich die Grenzen, massenhaft wurden Menschen abgeschoben, die gehofft hatten, der NS-Vernichtungsmaschinerie zu entkommen. Viele der Abgeschobenen wurden von den Nazis in den Vernichtungslagern oder KZs ermordet. Aus dieser Erfahrung war in der frühen BRD die Einsicht entstanden, dass es eine unabdingbare menschliche Pflicht ist: das Grundrecht auf Asyl.

Schon vorher waren Asylsuchende von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen, aber ein tiefer Einschnitt kam in den frühen 1990er Jahren, in den sog. Baseballschlägerjahren. Nach der Wiedervereinigung trat neonazistischer Hass offen zutage: Pogrome gegen Geflüchtete, Angriffe gegen jüdische Menschen und Morde an Obdachlosen und anderen, die nicht ins Weltbild der faschistischen Banden passten, waren erschreckender Alltag. Die Politik reagierte nicht mit klarer Kante gegen den mörderischen Rassismus, sondern mit symbolischer Empörung, mit Verständnis für die Nazis und vor allem mit Zugeständnissen: 1993 schaffte die Bundesregierung das Grundrecht auf Asyl faktisch ab.

In den letzten Jahren hat sich die Rechtsentwicklung immer mehr verschärft. Der zivilisatorische Anstrich, den sich die bundesdeutsche Politik zwischendurch gegeben hatte, ist geplatzt wie eine Seifenblase. Faschistische und rassistische Haltungen drohen wieder zur unwidersprochenen Normalität zu werden. Und vor allem wird ununterbrochen Wahlkampf auf dem Rücken von Geflüchteten gemacht – mit immer neuen Gesetzesverschärfungen. Anstatt klar Position gegen rechte und rassistische Hetze zu beziehen, greifen die sog. Parteien der Mitte die Forderungen der AfD und anderer faschistischer Kräfte auf und setzen sie für diese um.

Im Inland werde die Lebensbedingungen von Geflüchteten von Jahr zu Jahr katastrophaler, und immer mehr leben in ständiger Angst, in Verfolgung, Not und Tod abgeschoben zu werden. Auch international spitzt sich die Lage immer weiter zu, die Außengrenzen der EU werden hermetisch abgeriegelt und von einer immer massenmörderischen Politik des Sterbenlassens flankiert. Das GEAS, das Gemeinsame Europäische Asylsystem, ist bei diesen Entwicklungen ein zentraler Baustein. Es koordiniert die menschenverachtenden Maßnahmen auf EU-Ebene. Eigentlich müsste es Gemeinsames Europäisches Abschottungssystem heißen.

Ob auf dem Mittelmeer oder an den Landgrenzen:

Wir sind in der Pflicht, uns der EU-Abschottungspolitik zu widersetzen, die Flüchtenden zu unterstützen und den staatlichen Terror gegen diese Menschen zu beenden.

Für sichere Fluchtrouten!

Gegen das Gemeinsame Europäische Asylsystem!

Bleiberecht für alle!

Podium „Wehrpflicht: Mobilmachung für neue Kriege in aller Welt“ am 3.12.25

22. November 2025

Am Mittwoch, 3. Dezember 2025 veranstaltet die VVN-BdA Heidelberg die Podiumsdiskussion „Wehrpflicht: Mobilmachung für neue Kriege in aller Welt“. Beginn ist um 19.00 Uhr im neuen Welthaus, Kurfürstenanlage 25 (am Römerkreis), HD-Bergheim.

Zum 1. Januar 2026 will die Bundesregierung die Wehrpflicht reaktivieren – ein weiterer Schritt im Militarisierungsprogramm. Doch dagegen gibt es auch deutlichen Protest von jüngeren Kriegsgegner*innen und langjährigen Friedensbewegten. Bei der Podiumsveranstaltung wollen wir die verschiedenen Perspektiven auf das Thema zusammenbringen: Welche Auswirkungen hat die Reaktivierung der Wehrpflicht konkret? Welche Kampagnen gibt es dagegen? Und wie können betroffene Jugendliche ab Januar 2026 den Kriegsdienst verweigern?

Auf dem Podium sitzen Vertreter*innen von SJD – Die Falken sowie der linksjugend [’solid] für das Bündnis Jugend gegen Wehrpflicht, ein Mitglied der Kampagne Schulstreik gegen Wehrpflicht und eine Aktivistin des Friedensbündnisses Heidelberg.

Vortrag „Die Wiederkehr des Faschismus“ mit Prof. Helmut Dahmer am 18.11.

5. November 2025

Gemeinsam mit der GEW Heidelberg/Rhein-Neckar organisieren wir am 18. November 2025 um 19 Uhr den Online-Vortrag „Die Wiederkehr des Faschismus und was wir dagegen tun können“ mit Prof. Dr. Helmut Dahmer. Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Wanderausstellung „Vinzenz Rose – Einer von uns?!“ der Geschichte-AG der Realschule Obrigheim, die derzeit in verschiedenen Schulen und an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg gezeigt wird. Zugang zur online-Veranstaltung: https://meet.goto.com/169731629 (über die GoTo-Meeting-App oder im Browser).

Zu den Parlamentarischen Demokratien, die den politischen Überbau kapitalistischer Nationalwirtschaften bilden, deren Entscheidungszentren sich demokratischer Kontrolle entziehen, gibt es seit den Tagen Mussolinis, also seit 100 Jahren, eine politische Alternative, nämlich plebiszitär gestützte faschistische Diktaturen, die – im Krisenfall – die Arbeiterorganisationen und jene Gruppen der gesellschaftlichen Opposition, die eine Demokratisierung der Wirtschaft anstreben, „ausschalten“.

Gegenwärtig erleben wir, dass sich eine nach der anderen der wenigen verbliebenen kapitalistischen Demokratien in ein „autoritäres Regime“ verwandelt. Die Minderheit, die in der Wiederholung einer faschistischen „Krisenlösung“ für sich und die Gesamtgesellschaft eine tödliche Gefahr sieht, muss alles daransetzen, die Mehrheit gegen die Liquidatoren der Parlamentarischen Demokratie zu mobilisieren.

Antifaschistischer Stadtrundgang „HD im NS“ am 3.11.

31. Oktober 2025

Am Montag, 3. November 2025 veranstalten wir gemeinsam mit der Antifaschistischen Initiative Heidelberg (AIHD) den Antifaschistischen Stadtrundgang „Heidelberg im Nationalsozialismus – Verfolgung und Widerstand“. Treffpunkt für den Rundgang, den wir im Rahmen des „Kritischen Semesteranfangs“ anbieten, ist um 16.00 Uhr an der Ecke Hauptstraße/Theaterstraße.

Der zweieinhalbstündige Antifaschistische Stadtrundgang führt durch die Heidelberger Altstadt. Er bietet einen Überblick über den Nationalsozialismus in Heidelberg von seinem frühen Erstarken in der Weimarer Republik bis hin zur Befreiung und verweist auch auf die Nachwirkungen in der frühen BRD. An verschiedenen historischen Orten wird an TäterInnen und Opfer erinnert, aber auch an Menschen, die es gewagt haben, Widerstand zu leisten.

Gedenken an die von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer*innen am 1.11.

13. Oktober 2025

Wie jedes Jahr am 1. November ruft die VVN-BdA Heidelberg zusammen mit dem DGB Heidelberg Rhein-Neckar zum Gedenken am Mahnmal für die von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer*innen auf dem Bergfriedhof auf. Mit Redebeiträgen und musikalischer Umrahmung wird an diese mutigen Antifaschist*innen erinnert und an alle anderen Menschen, die von den Nazis verfolgt wurden, weil sie nicht in deren Weltbild passten. Als Hauptredner dürfen wir dieses Jahr Andreas Hauk vom Vorstand der VVN-BdA Kreisvereinigung Manheim begrüßen, der zum Thema „Antifaschistisches Gedenken in Zeiten der Rechtsentwicklung“ spricht.

Treffpunkt am 1. November 2025 ist um 13.45 Uhr vor dem Krematorium auf dem Bergfriedhof, um von dort um 14.00 Uhr gemeinsam zum Mahnmal zu gehen.

An dem 1950 eingeweihten Mahnmal ruhen 27 hingerichtete Antifaschist*innen, darunter zehn Mitglieder der Vorbote-Gruppe um Georg Lechleiter aus Mannheim und Heidelberg, die vor 80 Jahren – am 15. September 1942 bzw. am 24. Februar 1943 – von den Nazis in Stuttgart ermordet wurden. Ebenso liegen hier der Heidelberger Antifaschist Heinrich Fehrentz und weitere Aktivisten aus Süddeutschland, aber auch Widerstandskämpfer aus dem Elsass und der Tschechischen Republik.

Sophie Berlinghof: Stolperstein am 8.10. und Gedenken am 12.10.

4. Oktober 2025

Nachdem wir bereits Ende Juli den Sophie-Berlinghof-Platz einweihen konnten, findet gleich noch eine weitere Würdigung der engagierten Antifaschistin statt: Bei der diesjährigen Stolperstein-Verlegung am Mittwoch, 8. Oktober 2025 wird ebenfalls an die kommunistische Widerstandskämpferin und langjährige Sprecherin unserer Kreisvereinigung erinnert. Um 9.30 Uhr wird der Stolperstein, für den wir die Pat*innenschaft übernommen haben, vor ihrem früheren Obstgeschäft in der Dossenheimer Landstr. 4 verlegt. Wir freuen uns über rege Teilnahme. Das gesamte Programm der Verlegungen an diesem Tag findet sich auf der Seite der Stolperstein-Initiative Heidelberg.

Das nehmen wir zum Anlass, um eine weitere Gedenkfeier für Sophie Berlinghof durchzuführen. Am Sonntag, 12. Oktober 2025 wollen wir ab 18.00 Uhr im Prisma-Haus (Richard-Wagner-Str. 6, Handschuhsheim) an sie erinnern und nochmals ausführlicher ihr Leben und Wirken würdigen. Mit einer Lesung aus ihren Schriften und Interviews, Filmausschnitten und Bildern wollen wir ihr selbst Gesicht und Stimme geben. Wir laden alle Mitglieder, Freund*innen und Unterstützer*innen ganz herzlich ein!

Einweihung der Emil-Henk-Straße am 2. Oktober

29. September 2025

Gemeinsam mit der SPD-Fraktion Heidelberg, dem SPD-Kreisverband und der Fraktion DIE LINKE/Bunte Linke laden wir zur feierlichen Einweihung der Emil-Henk-Straße ein: Sie findet am Donnerstag, 2. Oktober 2025 um 18:00 Uhr an der Ecke Hildastraße/Emil-Henk-Straße in der Weststadt statt

Im Februar 2025 hat der Heidelberger Gemeinderat die Umbenennung der Weststädter Endemannstraße in Emil-Henk-Straße aufgrund der NS-Belastung Endemanns beschlossen. Die Umbenennung erfolgte Anfang August und setzt ein Zeichen der Würdigung des Heidelberger Schriftstellers, Sozialdemokraten und Widerstandskämpfers Emil Henk gegen den Nationalsozialismus, der in der Weststadt aufwuchs und hier lebte. Nach der Befreiung vom NS-Faschismus engagierte sich Henk in Heidelberg in der Vereinigung des Verfolgten des Naziregimes.

Das Programm der Einweihungsfeier umfasst Grußworte von Peter Becker, Volker Haag und Dr. Thomas Päffgen (SPD-Kreisverband/AG 60+), Zara Kızıltaş (DIE LINKE) und Silke Makowski (VVN-BdA). Die Nachfahren Camilla Quaas-Henk und Peter Kayser werden persönliche Erinnerungen teilen. Den historischen Hintergrund der Straßenumbenennungen beleuchtet Dr. Thomas Päffgen. Für den musikalischen Rahmen sorgt Barbara Rosnitschek. Die Begrüßung und Verabschiedung übernimmt Marvin Frank (SPD-Fraktion, SPD-OV Südwest).

Sophie-Berlinghof-Platz in Heidelberg-Handschuhsheim ist eingeweiht

2. August 2025

Am 30. Juli 2025 fand die Einweihungsfeier des Platzes statt. Trotz stürmischen und regnerischen Wetters zu Beginn nahmen 120 Personen an der knapp eineinhalbstündigen Veranstaltung teil, darunter rund ein Drittel aus Handschuhsheim und neun Angehörige von Sophie Berlinghof (aus drei Generationen). Eingeladen hatten die VVN-BdA Heidelberg, Die Linke, SPD, Bunte Linke, Linksjugend [’solid], DGB und Friedensbündnis Heidelberg. Sophie Berlinghof war Antifaschistin und Kommunistin, der bisherige Namensgeber Karl Kollnig aktiver Nazi-Anhänger. Die Umbenennung hatte der Gemeinderat bereits am 20. Februar beschlossen.

Wie schon im Ablaufplan angekündigt folgte der Begrüßung und Einführung durch Joachim Guilliard (Kreisvorstandsmitglied der VVN-BdA Heidelberg) die Hauptrede, abwechselnd vorgetragen von Traudel Polzer und Martin Hornung. Für musikalische Umrahmung mit Trompete, Querflöte, Gitarre und Gesang sorgten Rike Fießer, Helmut Ciesla und Michael Csaszkóczy.

Nach Grußworten von Die Linke, SPD, Bunte Linke, Linksjugend [’solid] und DGB wurde unter großem Beifall das neue Schild „Sophie-Berlinghof-Platz“ von Christiane Schmidt-Sielaff (SPD-Bezirksbeiratsmitglied), Hildegard Lutz (VVN-BdA Heidelberg) und Rainer Benz, Großneffe von Sophie, enthüllt. Den Abschluss bildete das gemeinsam gesungene Lied „Die Moorsoldaten“.

Einladung zur Einweihungsfeier des Sophie-Berlinghof-Platzes in Handschuhsheim am 30.7.

8. Juni 2025

2023 hat die Kommission für Straßenbenennungen vorgeschlagen, neun Straßen- bzw. Platznamen in Heidelberg auf Grund der Nazi-Vergangenheit der Personen, nach denen sie benannt sind, zu ändern. Der Gemeinderat hat am 20. Februar 2025 sieben Umbenennungen beschlossen.
Unter ihnen ist auch ein 2006 nach dem vormaligen Nazi-Anhänger und früheren PH-Rektor Karl Kollnig benannter Platz im Stadtteil Handschuhsheim. Dieser wird stattdessen künftig nach der Handschuhsheimer Antifaschistin und Kommunistin Sophie Berlinghof benannt und ab 1. August 2025 somit Sophie-Berlinghof-Platz heißen.
Die VVN-BdA-Kreisvereinigung und Die Linke Heidelberg organisieren mit Unterstützung weiterer Gruppen eine Einweihungsfeier zur Enthüllung des neuen Schildes „Sophie-Berlinghof-Platz“:

Mittwoch, 30. Juli 2025 │ 18.00 Uhr
Enthüllung des neuen Schildes „Sophie-Berlinghof-Platz“ mit Grußworten, Rede- und Musikbeiträgen
Ort: Sophie-Berlinghof-Platz, HD-Handschuhsheim (Mühltalstraße)
Es laden ein: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen (VVN-BDA) Heidelberg, Die Linke Heidelberg u. Friedensbündnis Heidelberg

Vortrag „Frauen im antijapanischen und antikolonialen Widerstand“ am 20. Mai

14. Mai 2025

Am Dienstag, 20. Mai 2025 hält Agnes Khoo einen Vortrag zum Thema „Frauen im antijapanischen und antikolonialen Widerstand“. Beginn ist um 19.00 Uhr in der Neuen Universität Heidelberg im Hörsaal 15 (3. OG). Die Veranstaltung organisieren wir zusammen mit der Antifaschistischen Initiative Heidelberg, der linksjugend [’solid], ROSA Hochschulgruppe, Seebrücke Heidelberg und SJD – Die Falken. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt mit deutscher Übersetzung.

Die Soziologin Agnes Khoo beschäftigt sich mit den Biografien asiatischer Frauen, die gegen Faschismus und Kolonialismus kämpften. 2004 publizierte sie ein Oral-History-Buch über Frauen aus Thailand, Malaysia und Singapur, deren Geschichten von der vorherrschenden Geschichtsschreibung weitgehend unbeachtet bleiben. Sie kämpften im zweiten Weltkrieg in der antifaschistischen Guerilla. Für manche setzte sich ihr Kampf nach 1945 gegen die alte und neue Kolonialmacht Großbritannien nahtlos fort. Die Referentin Agnes Khoo stammt selbst aus Singapur, hat familiäre Beziehungen zu Malaysia und lehrt in China. Ihr Buch von 2004 ist die bislang einzige Monografie über den Widerstand von Frauen gegen den britischen und japanischen Imperialismus in Malaysia und Singapur und dokumentiert ihre vergessenen Opfer im antikolonialen Widerstand über mehr als 50 Jahre. Es erschien bislang in mehreren Auflagen in den Sprachen Englisch und Chinesisch. Zudem hat Agnes Khoo ein Buch über asiatische Freiwillige übersetzt, die im Spanischen Bürgerkrieg in den Internationalen Brigaden gekämpft haben. Derzeit übersetzt sie die Memoiren von Lim Hong Bee (Born Into War) über Folgen des Zweiten Weltkriegs für Malaysia und Singapur. 

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